Vier Begriffe, die keine Synonyme sind
Geometrie, Anstellwinkel und Nicken
GeometrieDas Verhältnis von Schirmform, Profil, Leinenplan, Tragegurten und Steuerleinen. Ein Teil davon lässt sich im Flug verändern.
Anstellwinkel (geometrisch)Die geometrische Konfiguration des Schirms gegenüber seiner Aufhängung, bestimmt durch das Verhältnis der Leinenebenen und die Tragegurte.
NickenDie Drehung des Schirms um seine Querachse: die Nase steigt oder sinkt, die Längslage ändert sich.
AnströmwinkelDer Winkel zwischen Profilsehne und der momentanen relativen Anströmung.
Beim Parakite ist der geometrische Anstellwinkel nicht zwangsläufig fest. Die Steuerleinen können die Geometrie von Tragegurten und Leinen schrittweise verändern und damit auch den Anstellwinkel im Flug. Grob gilt: eine beschleunigtere Konfiguration bedeutet eher weniger geometrischen Anstellwinkel; mehr Zug erhöht ihn und senkt die Geschwindigkeit. Wie genau, hängt von der Auslegung des Steuersystems ab.
Die Begriffe hängen zusammen, sind aber nicht dasselbe. Selbst wenn sich die geometrische Konfiguration nicht änderte, könnte der Anströmwinkel durch eine Böe, eine geänderte Flugbahn, ein Manöver oder die Eigenbewegung des Schirms schwanken.
Auch das Nicken bestimmt der Pilot nicht allein: Trägheit, Geschwindigkeit, Flugbahn, Pendelbewegung, Böen und die aerodynamische Stabilität des Profils wirken mit.
Der Trimm gehört zu dieser Geometrie. Kleine relative Änderungen der Leinenlängen können die Referenzkonfiguration verschieben und Symmetrie, Steuerautorität und Reflexverhalten verändern. Und es gibt einen Unterschied zwischen konstruierter und tatsächlicher Geometrie: Verschleiß, Knoten, Reparaturen oder Asymmetrien können das Verhältnis der Leinenebenen ändern, auch wenn der Schirm normal aussieht.
Was hands up bedeutet
Hands up heißt, die Steuerleinen schrittweise anzuheben und den Zug zu verringern. Es heißt nicht, die Steuerleinen loszulassen.
In vielen heutigen Systemen wandert die Tragegurtgeometrie dabei in eine beschleunigtere Konfiguration: der geometrische Anstellwinkel sinkt tendenziell, die Geschwindigkeit steigt, der Schirm neigt dazu vorzunicken und die Flugbahn kann steiler werden. Und es geht nicht nur darum, die Verformung der Hinterkante zurückzunehmen — dieselbe Bewegung kann koordinierte Änderungen zwischen Leinenebenen auslösen.
Nicht gleich bestes GleitenJe nach Auslegung kann die beste Gleitzahl vor der ganz freigegebenen Position liegen. Die höchste Position kann Geschwindigkeit und Dive begünstigen.
Nicht gleich „Anstellwinkel verringern“Geometrie und Anstellwinkel können sich ändern, doch der momentane Anströmwinkel hängt auch von Flugbahn und relativer Anströmung ab.